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Mittelaltergruppe


Communitas-Milites
 
 
 
 
Freikampf
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Beschreibung der
einzelnen Kampfstiele


images pfeil Der Freikampf

Die Kämpfer der Communitas Milites üben mit Leidenschaft den mittelalterlichen Freikampf aus. Da es eine Vielzahlzahl an Möglichkeiten gibt, den Freikampf zu trainieren, haben wir uns dazu entschieden nach dem weitverbreiteten „Codex Belli“ zu kämpfen.

Das hat mehrere Gründe. Einige Gruppen in Deutschland kämpfen in anderen Stilen, beispielsweise „Huscarl“, „Historisches Fechten“, Schaukampf oder Vollkontakt. Auf die Unterschiede der verschiedenen Stile wird hier noch eingegangen.


images pfeil Codex Belli

Anfang des 3. Jahrtausends gab es einen regelrechten „Boom“ der Mittelalter-Szene. Damit verbunden war auch, dass viele Darsteller und Darstellerinnen auch mit dem Kriegshandwerk beginnen wollten. Da die Ausübung des mittelalterlichen Freikampfes jedoch mit Risiken verbunden ist (es handelt sich unserer Auffassung nach um einen Kampfsport) mussten Regeln eingeführt werden. Viele Verletzungen rührten daher, dass ungeschulte Kämpfer mit ungeeigneten Waffen und Rüstungen aufeinander losgingen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ein Brillenhelm sehr vorteilhaft ist, wenn einem ein Pfeil ins Auge fliegt. Grundlegend kann gesagt werden, dass der Codex Belli dazu erschaffen wurde, um einen Kampfsport sicher, mit minimalem Verletzungsrisiko und maximalem Spaß ausüben zu können.

Ziel des mittelalterlichen Freikampfes nach Codex Belli ist es, Treffer am Gegner zu erzielen und ihn damit zu besiegen. Die Anzahl der Trefferpunkte muss vorher abgesprochen werden.

Hier die wichtigsten Regeln:

- Hiebwaffen müssen eine stumpfe Spitze haben und eine stumpfe Schlagkante (Richtwert: mindestens 2mm breit)
- Kettenwaffen sind verboten (Morgensterne und Ähnliches)
- Stichwaffen (Lanzen und Speere) dürfen nur von oben nach unten geführt werden und haben eine kugelförmige (am besten gepolsterte) Spitze
- Bögen dürfen höchsten 50 Pfund Zugkraft besitzen und dürfen nur Pfeile mit Schaumstoffpolstern verschießen
- Waffen und Rüstungen dürfen keine scharfen Kanten haben
- Helmpflicht! (unsere Regel)
- Körperlicher Einsatz ist nicht erlaubt (Tritte, Faustschläge, Würfe etc.)
- Jeder Hieb ist nicht mit voller Gewalt durchzuführen sondern abzubremsen, wir wollen niemanden verletzen!
- Trefferzonen: Torso und Oberschenkel. Nicht Erlaubt sind: Schläge zum Kopf oder Hals, auf Gelenke öder die Hände. Der Schambereich ist selbstverständlich auch keine Trefferzone. (wir nehmen noch die Unterarme und Schienbeine als Trefferzone hinzu, aber das ist eine Sache der Absprache) Hier der Codex: http://www.schirmeister-schola.de/ErsteEbene/CodexBelli.html

images pfeil Schaukampf

Schaumkampf ist eine Art des mittelalterlichen Kämpfens, das darauf basiert einen möglichst effektvollen, unterhaltenden Kampf darzubieten. Es ist ein einstudierter, d.h. abgesprochener Kampf. Meist ist jeder Schlag einzeln in einer Choreographie eingeübt worden. Professionelle Schaukämpfer treten des Öfteren auf großen Mittelaltermärkten auf oder unterstützen Filmproduktionen. Historische Korrektheit ist nicht immer gegeben. Schwerpunkt ist die Unterhaltung des Publikums.

Auf das Thema „historische Korrektheit“ werde ich später zurück kommen.


images pfeil Huscarl

Der Huscarl-Stil ist grob gesagt eine „Erweiterung“ des Codex Belli. Wesentliche Unterschiede sind vor allem, dass der ganze Körper als Trefferzone zählt. Kopf und Hals können angegriffen werden und daher ist für diesen Kampfstil eine bessere, bzw. andere Rüstung als für den Freikampf nach Codex Belli notwendig.


images pfeil Historisches Fechten

Historische Fechter sind in Vereinen organisiert und haben es sich zur Aufgabe gemacht, anhand mittelalterlicher Fechtbücher (belegte Funde) Kampftechniken zu rekonstruieren. Ihr Schwerpunkt liegt im Hoch- und Spätmittelalter, da im Frühmittelalter kaum schriftliche Quellen zu mittelalterlichen Kampftechniken zu finden sind. Ein bekannter Verein ist Hammaborg: http://www.hammaborg.de


image pfeil Vollkontakt

Vollkontakt im mittelalterlichen Freikampf ist in Deutschland noch recht jung. In osteuropäischen Ländern ist dieser Kampfstil weiter verbreitet, dort gibt es regelmäßige Wettkämpfe. Wesentlich beim Vollkontakt ist, dass nahezu alles erlaubt ist um den Gegner zu bezwingen. Körperlicher Einsatz wie Tritte und Niederwürfe, sowie Schwertstiche zum Kopf und Hals sind erlaubt. Bei offiziellen Turnieren wird oft, ähnlich wie in anderen Kampfsportarten, nach Zeit gekämpft. Manchmal gibt es Schiedsrichter die vorher abgesprochene Regeln durchsetzen und Treffer zählen.

Vollkontaktkämpfer sind meist schwer gerüstet, da ihre Art Freikampf mit viel Gewalt zusammenhängt. Manchmal wird solange gekämpft bis ein Gegner nicht mehr kämpfen kann. Beispiele hierfür gibt es genug auf YouTube.


image pfeil Zu unserem Selbstverständnis

Die Gruppe der Communitas Milites betreibt das Hobby: Mittelalterliches Reenachtment. Wir versuchen (!) möglichst genau die Zeit zwischen 1060- 1180 darzustellen. Wir hegen keinen Anspruch auf exakte historische Korrektheit. Daher kämpfen zum Beispiel viele von uns mit modernen Schienbein- und Knieschützern. Wir verstehen den mittelalterlichen Freikampf als Kampfsport und verhalten uns dem entsprechend.

Der Codex Belli wird von manchen Freikämpfern als zu „lasch“, „langweilig“ und nicht authentisch beschrieben. Und ja das ist er. Wir alle sind berufstätig und müssen heil zur Arbeit, deswegen tragen wir Schutzausrüstung und kämpfen nach „strengen“ Regeln. Wir wollen keinen echten mittelalterlichen Kampf ausüben, da bei echten mittelalterlichen Kämpfen Blut fließt.

Der Vollkontakt mag für manche die „authentischste“ Variante des Freikampfes sein, jedoch auch die, bei der man meiner Meinung nach auch Erfahrung in anderen Kampfsportarten haben sollte und die entsprechende Schutzausrüstung dazu besitzen muss.

Bei Fragen zu den Kampfstilen oder zu unserem Selbstverständnis, stehen wir natürlich gerne zur Verfügung.

Geschrieben von Odrik Ragnarson


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